Mit ‘Werbung’ verschlagwortete Einträge

Kesseltreiben

21. Juli, 2009

Diese Anzeige, die heute wirklich in genau dieser Form in der Süddeutschen Zeitung auf Seite 9 erschienen ist, will ich niemandem vorenthalten.

Kesseltreiben

Ich weiß nicht, was mich daran am meisten erstaunt:

  • Die Namen der 77 Unterzeichner/innen.
  • Die Einladung zur Bordell-Führung im „Pussy Club Fellbach“.
  • Der Begriff „Kesseltreiben“ in diesem Zusammenhang.
  • Die Einladung an CDU-Politiker und eine Vertreterin der katholischen Kirche.

Auf Links habe ich in diesem Beitrag absichtlich verzichtet.

Auch ich nochmal: Vodafone

14. Juli, 2009

Nachdem die Diskussion um die neue Vodafone-Kampagne kein Ende nimmt, muss ich auch noch mal ran: Das Schöne ist ja, dass es mal wieder so richtig was zu diskutieren gibt im Web2.0. Nach Zensursula hatte ich schon befürchtet, dass das große Sommerloch ausbricht – oder relevante Themen diskutiert werden: Das unverschämte Verhalten der gerade mal so durch Staatsgelder geretteten Banken, ein Unternehmen, das sich unfähig erweist, ein Atomkraftwerk zu betreiben oder die Wahl einer offenbar zu selten anwesenden Politikerin zur Vizepräsidentin des EU-Parlaments. Und in 75 Tagen ist ja auch schon wieder Bundestagswahl!

Aber zum Glück haben die Web2.0-Selbstdarsteller schnell ihr Lieblingsthema wiedergefunden: Sich selbst.

Und somit wird Zensur und Piratenpartei schnell verdrängt, Sascha Lobo und Don Alphonso liefern sich einen lustigen Schlagabtausch, wobei der Don mal wieder zu Hochform aufläuft. Alles schön und gut im Web2.0.

Dabei ist die Debatte eigentlich absurd: Diejenigen, die sich ohnehin im Web2.0 bewegen, kennen die Vodafone-Angebote und -Preise gut genug, um nicht blind viel zu teure Verträge (DSL, Mobile) abzuschließen, nur weil sie als „Generation Upload“ emotionalisiert werden. (Ich entschuldige mich für diese Marketing-Sprache!) Für sie wären niedrigere Preise und neue Angebote die bessere Vodafone-Werbung.

Und diejenigen, die an den Plakaten vorbeilaufen und die TV-Spots sehen, kennen weder Sascha Lobo noch können sie etwas damit anfangen, dass jemand so schräg singend auf der Bühne steht wie Ragnar Sólberg. Wenn meine Mutter den Spot sieht, würde sie fragen, warum da eine Frau mit Laptop auf dem Dach eines Hochhauses liegt – mit einem kleinen Kind! Das kann doch runterfallen, viel zu gefährlich! Und windig ist es dort auch, das Kind braucht also eine Mütze!

Mein wirklich letzter Absatz zur Vodafone (versprochen!): Die Web2.0-Zielgruppe selbst in die Werbung zu holen ist als Idee nicht schlecht. Wie zu erwarten, waren die Werber dem Konzern noch ein Stück voraus, weshalb die Vodafone-Angebote nicht mit der Werbung mithalten können und die Kampagne an einigen Stellen hakt. Ich bin gespannt, ob sich hier noch etwas tut, oder wie so oft das Controlling über die Kreativität siegt. Ob die Kampagne erfolgreich sein wird für Vodafone oder nicht: Sie liefert jede Menge Anschauungsmaterial für alle Social Media Experten.*

*Ich überlege, ob ich in meinem Seminar an der Uni Jena im Wintersemester einfach nur diese Kampagnen analysieren lasse. Auf Dauer dürfte es aber langweilig werden.

Trennung von „redaktionellen Inhalten“ und Werbung…

11. Juli, 2009

… fände ich auch bei Twitter und in Blogs gut. Nachdem Vodafone die halbe Blogosphäre für die neue Werbekampagne eingekauft hat, weiß ich bei vielen nicht mehr, ob Tweets und Blogeinträge ihre eigene Meinung widerspiegeln oder ob sie dafür bezahlt werden*. Schade.

Liebe Blogfreunde, ich weiß, ihr habt euer Leben darauf hingezittert! Nun ist es endlich soweit! Die große Vodafone-Deutschland-Kampagne startet morgen mit der Pressekonferenz in Düsseldorf, die ihr auch live im Web (auf Facebook) verfolgen könnt. Ja, jetzt wisst ihr endlich, warum ihr lebt! (Quelle; Links im Original)

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Im Fernsehen nennt man so etwas übrigens Schleichwerbung.

Disclosure

Ich arbeite in der Online-Werbe-Branche und halte die Kommunikation im Web2.0 für einen wichtigen Bestandteil im Marketing-Mix und der Kundenkommunikation, zumindest für bestimmte Branchen und Produkte. Genauso finde ich es absolut legitim, Werbung in Blogs einzubinden, die als solche gekennzeichnet ist. Und ich begrüße es, wenn professionelle Blogger ihre Dienste Unternehmen zur Verfügung stellen, die so genannte Corporate Blogs betreiben wollen. Oder dadurch Geld verdienen, dass sie als Testimonial in Werbespots auftreten.

Was ich allerdings verabscheue ist die Vermischung von so genannten redaktionellen Inhalten und Werbung.

* Ich habe Robert Basic gefragt, ob er für diese Tweets bezahlt wurde. Er hat es verneint und ich glaube ihm das.

Nö. (2)

22. Juni, 2009

Und wieder eine Mail mit Werbe-Anfrage. Anonymisierung von mir, Schreibfehler vom Absender.

Guten Tag,
mein Name ist Bernd W***. Ich habe Ihre gut gemachte Seite im Internet gefunden.

Sind Sie an Schließfächern aus Stahlblech oder am Weiterverkauf von Schließfachschränken interessiert?

Würden Sie von Ihrer Homepage zu
http://www.s***.de den folgenden Link einbauen?

Schliessfächer eignen sich für unterschiedliche Zwecke. Mehrere diese Schliessfächer (Link entfernt) in einem Schließfachschrank zusammen werden oft in Betrieben oder Schulen eingesetzt.

Bei einem von Ihnen oder durch Ihnen zustandegekommenem Geschäft würden wir Ihnen gern eine entsprechende Vermitlungsprovision bezahhlen.

Mit freundlichem Gruß

B. W***
_______________________
B*** Industrietechnik Vertrieb GmbH
R***platz 4
D-0***5 B***

Dazu stelle ich fest: Nö.

Nachbarschafts-Marketing

10. Mai, 2009

Der Rewe um die Ecke heißt seit letzter Woche Rewe City. Toll, oder? Naja, es ist der gleiche olle Laden wie die letzten ca. 20 Jahre auch. Nur dass er früher mal HL, dann Minimal und zuletzt Rewe hieß. Jetzt steht rechts unter dem Rewe-Schriftzug einfach noch ein kleines „City“.

Und das ist für das Rewe-Marketing Anlass genug, an jede Tür in der Nachbarschaft einen Flyer zu hängen mit der Ankündigung toller Aktionen. Am Montag gab es Brot und Salz, am Dienstag einen Umtrunk, am Mittwoch eine kleine Überraschung, usw. Das ganze unter dem Motto „Hallo Nachbarn, Rewe City ist da!“.

Ich war erst am Samstag einkaufen. Da gab es zur Begrüßung laut Flyer ein „Gläschen Sekt“. Das ist aber relativ. Denn so sah das dann aus:

rewe

Ich finde die Aktion, sich in der Nachbarschaft vorszustellen, ja ganz nett gedacht. Wenn auch überflüssig. Aber wenn die Umsetzung dann so aussieht, kann man sich das Marketing-Budget auch sparen.

Aus aktuellem Anlass (Online-Video-Studie)

7. April, 2009

Aus aktuellem Anlass muss ich noch einmal auf diesen Eintrag in meinem derzeit ruhenden Zweitblog bewegtbild.wordpress.com verweisen. „Quality Channel-Studie: Versuch gescheitert“ zeigt die offensichtlichen Kritikpunkte an einer Anti-TV-Studie des Online-Vermarkters Quality Channel, die im letzten Jahr veröffentlicht wurde.

Wenn der Kommentar zum Artikel stimmt, woran ich eigentlich nicht zweifle, es aber noch nicht verifizieren konnte, ist das wirklich traurig. Und eine Begründung mehr, warum ich die GOR nicht mehr besuche.

Update: Quality Channel freut sich über die Auszeichnung und Jury-Mitglied Rolf Pfleiderer (TNS Infratest Media Research) meint: „Die Studie ist ein methodisch sauber angelegter Test zu einer ganz neuen Werbeform.“ Kein weiterer Kommentar meinerseits.

Disclaimer: Ich arbeite und arbeitete für zwei direkte Konkurrenten von Quality Channel. Dies beeinflusst meine Kenntnisse über die Qualität von Marktforschungsstudien allerdings nicht negativ.

Wieder nicht.

21. März, 2009

Als Nachtrag zu diesem Blog-Eintrag (Nö.) hier auch noch die zweite E-Mail:

Sehr geehrter Herr Vehlow,

ich habe Ihnen vor ca. einer Woche eine E-Mail geschrieben. Darin habe ich Ihnen kurz unsere Webseite www.f***.de vorgestellt, mit der Bitte sie bei Gefallen zu verlinken.

Leider habe ich bis jetzt kein Feedback von Ihnen erhalten. Vielleicht ist ja die Mail in der alltäglichen Spamflut untergegangen?

Über eine kurze Rückmeldung freue ich mich.

Viele Grüße aus Berlin,

Juliane F***

Portal-Managerin f***.de

j.f***@t***-t***.de

t*** GmbH & Co. KG

S*** Strasse ***

10*** Berlin

Fon: +49 30 ***

Fax: +49 30 ***

www.t***-g***.de

—————————————————–

Geschäftsführer: Daniel H*** Axel L***

Dresdner Bank Konto: 5*** BLZ: 1***

UID: DE*** AG Charlottenburg

Liebe Frau F.,

lesen Sie doch bitte einfach mal meinen Blog, dessen „userfreundlicher Aufbau“ und „ansprechendes Design“ Ihnen ja schon einmal aufgefallen ist. Dann haben Sie auch Ihr Feedback.

Nö.

12. März, 2009

Die folgende E-Mail hat mich heute erreicht:

Sehr geehrter Herr Vehlow,

während meiner Internetrecherche nach guten Webseiten bin ich u.a. auch auf Ihre Seite www.bevehl.de gestoßen.

Gut gefallen hat mir der userfreundliche Aufbau Ihrer Seite und das ansprechende Design.

Aufgefallen ist mir, dass Sie Ihren Besuchern externe Seiten empfehlen, dem möchten wir uns gerne anschließen.

Wir von der t***-Gruppe bieten unseren Kunden mit dem Portal f***.de die Gelegenheit allgemeine sowie gezielte Informationen rund um das Thema Geld und Finanzen einzuholen. Von unserem übersichtlichen Finanzlexikon proftieren sicher auch Ihre Besucher, es soll helfen sich im Finanzdschungel zurecht zu finden. Außerdem besteht durch Vergleichsrechner für Ihre User und alle Interessierten die Möglichkeit die optimale Form der Geldanlage zu finden.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen vorschlagen einen Link zu setzen, der zu unserer Webseite http://www.f***.de/geldanlage.html führt.

Ein passender Linktext dabei wäre z.B. “Die optimale Geldanlage – vergleichen und sparen”.

Im Gegenzug möchte ich Ihnen gern 30 Euro als kleine Aufwandsentschädigung zukommen lassen.

Was halten Sie davon?

Schauen Sie sich unseren Service doch einfach mal an.

Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung.

Mit besten Grüßen aus Berlin,

Juliane F***

Portal-Managerin f***.de

j.f***@t***-t***.de

t*** GmbH & Co. KG

S*** Strasse ***

10*** Berlin

Fon: +49 30 ***

Fax: +49 30 ***

www.t***-g***.de

—————————————————–

Geschäftsführer: Daniel H*** Axel L***

Dresdner Bank Konto: 5*** BLZ: 1***

UID: DE*** AG Charlottenburg

Dazu stelle ich fest:

  • Der „userfreundliche Aufbau“ und „das ansprechende Design“ gehören zu einem WordPress-Standard-Theme.
  • Ich empfehle nur „externe Seiten“, die mir gefallen. Die „passenden Linktexte“ denke ich mir dann auch selbst aus.
  • Redaktionelle Inhalte und redaktionelle Links sind bei mir nicht käuflich.
  • Werbung würde ich – wenn überhaupt – als solche gekennzeichnet sowie auf TKP- oder CPX-Basis verkaufen und nicht zu einem Festpreis von 30 Euro.

Gewinnspiel – UPDATE

5. Januar, 2009

Ihr kennt mich: Ich bin in Schwaben geboren. Also muss ich da mitmachen: Immonet will bekannter werden und „verlost“ unter Bloggern daher 100 iPod Shuffles. Hab ich zwar schon, aber wenn ich noch einen habe, kann jemand ein Schnäppchen bei eBay machen.

Also beteilige ich mich an dieser Aktion

UPDATE: Und schon hat es sich Immonet (die ich hier absichtlich nicht verlinke) wieder mit mir versaut: Weil einige Blogger offenbar nicht in der Lage waren, Trackbacks zu setzen, hat man die Trackback-Liste einfach um die Link-Einträge in den Kommentaren ergänzt und somit die Top 100 verändert. Kann man machen. Dass Trackbacks in der Regel nicht innerhalb von Sekunden funktionieren, weiß ich auch. Dann hätte ich meinen Link auch in das Kommentarfeld eintippen können.

Da hat Immonet versucht, mal eine „Web2.0-igge“ Aktion durchzuführen, ohne die Technik zu verstehen. Schade und ganz schön dumm. Fazit: Definitv KEINE Empfehlung für Immonet. Und mit meiner Kritik stehe ich nicht alleine da.

Wenn Hunde denken …

11. März, 2008
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Dabei geht es hier gar nicht um meinen Lieblingshund, sondern nur um eine neue Serie bei Premiere. [Gesehen auf einem Plakat in Unterföhring]